Mit dem "Frau Holle-Haus" und dem Fußweg zum Berggasthof auf dem Großen Hörselberg ist Hastrungsfeld bei Wanderern und den Besuchern des jährlichen Frau-Holle-Festes gut bekannt.

Das Dorf Hastrungsfeld wurde erstmals 1143 als "Hastarofeld" erwähnt. Das Bestimmungswort könnte zu agasta "Elster" oder heister "Hainbuche" gehören.

Weil aber der Begriff agasta in Thüringen nicht heimisch ist, muss man heister "Hainbuche" annehmen. Namen auf "-feld" beziehen sich nicht auf die heute übliche Bedeutung "Acker", sondern auf die allgemeine und zusammenfassende Bedeutung "Gefilde".

Hastrungsfeld würde demnach „Gefilde wo die Hainbuchen wachsen“ bedeuten. Die späteren Schreibungen "de Hastrungsvelde" (1350) und "Hastrungsfeldt" dürften willkürliche Veränderungen durch Kanzleischreiber sein. Die Mundart hat die alte Form "Hasterfeld" bis heute bewahrt.

Auch die sagenhafte Überlieferung hält das Jahr 1143 als Ersterwähnung Hastrungsfelds fest, jedoch weiß sie es eben anders. Die englische Königin Reinschwig soll in einem Traum erfahren haben, dass ihr verstorbener Mann im "Höllenpfuhl" des Großen Hörselberges schmachtete, war nach Thüringen gezogen, um hier für das Seelenheil ihres teuren Toten zu beten und habe in Sättelstädt, Hastrungsfeld und Burla eine Kapelle bauen lassen.

Die Kirche in Hastrungsfeld war eine hölzerne Wehrkirche, die durch einen Brand völlig zerstört wurde. An ihrer Stelle wurde eine kleine Kirche auf der Höhe des Ortes am Nordosthang des Hörselberges erbaut. Sie ist romanischen Ursprungs. Der einstige Sättelstädter Lehrer Gustav Jänner hat in der Zeitschrift "Pflüger" 1927 interessante Akten über das Bauen in den Dörfern am Hörselberg veröffentlicht. Danach wurde die Kirche in Hastrungsfeld lange vor der Reformation erbaut.

Die Schule in Hastrungsfeld wurde 1663 gebaut. Der Gothaer Oberkonsistorialrat Georg Büchner schreibt über Hastrungsfeld: "Der Ort besteht aus 27 Wohnhäusern mit 95 Seelen. Vorzüglichkeiten und Bequemlichkeiten sind hier nicht anzutreffen. Der Ackerbau, obschon die hauptsächlichste Nahrung der Einwohner, ist nicht die beste. Zudem fehlt es an Wiesen und muß böses und nasses Land liegen bleiben. Daher lassen sich viele Hausväter angelegen sein, Esparsette (kalkliebende Grünfutterpflanze) anzupflanzen, um diesen Mangel abzuhelfen."

Eine enge Verbindung der Bürger von Hastrungsfeld zum Großen Hörselberg bestand schon seit frühester Zeit. Ein beachtlicher Teil des Hörselberges befindet sich in der Gemarkung Hastrungsfeld. Im Jahr 1890 übernahmen Ernst und Christiane Meier die Pacht des Hörselberghauses. Bereits 1880 karrte Ernst Meier mittels Handwagen frisches Brunnenwasser auf den Berg, um durstige Schulklassen zu erfrischen. Da der Strom der Ausflügler ständig zunahm, wurde am 18. Mai 1878 eine solide Holzhütte eröffnet, in welcher er den Gästen mittwochs und sonntags Getränke kredenzte.

Da der Ruf nach einem massiven Schutzhaus lauter wurde, erwarb der Thüringer Wald-Verein ein Grundstück von der Gemeinde Hastrungsfeld und begann im Jahr 1898 mit den Bauarbeiten und schon am 6. Juli 1890 konnte die feierliche Einweihung des "Schutzhauses auf dem Großen Hörselberg" stattfinden.

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